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Beischreiben zur Urkunde, die Schiller zum Ehrenbürger der französischen Republik macht (1792)

Die Antrittsvorlesung („Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“) brachte den Hörsaal zum Überlaufen, und so wechselten die zahllosen Hörer zum größeren Saal.Im Jahre 1789 erhielt Schiller eine Professur in Jena – entgegen seinen Hoffnungen ohne Gehalt – und lehrte dort als Historiker, obgleich er Professor der Philosophie war. Für diese Stelle hatte er sich insbesondere mit seiner „Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande“ qualifiziert. Beliebt, wie er vor allem durch die „Räuber“ war, löste die Nachricht der Lehrtätigkeit Schillers in Jena Begeisterungsstürme aus. Die ganze Stadt war in Aufruhr.

Vieles deutete nun auf ein großes berufliches und familiäres Glück.Im selben Jahr erschien die erste Buchausgabe des Romans „Der Geisterseher“, und Schiller Freundete sich mit Wilhelm von Humboldt an. Am 22. februar 1790 heiratete Schiller Charlotte von Lengefeld. Traupfarrer war sein Kollege, der Philosophieprofessor Carl Christian Erhard Schmid.

Schiller war vermutlich an Tuberkulose erkrankt, von der er zeitlebens nicht mehr genas. Zwei wochen später, aber auch noch im Mai folgten weitere Anfälle.Doch bereits 1791 erkrankte Schiller lebensgefährlich. Am 3. Januar erlitt er einen Zusammenbruch, krampfartigen Husten und zeitweilige Ohnmachten.

Schiller verabscheute diese Tat. Tatsächlich wurde der französische König später von den Freiheitskämpfern geköpft. Er stand der französischen Revolution zwar anfangs durchaus wohlwollend gegenüber, befürchtete jedoch stets eine mögliche Wandlung von Anhängern der Freiheit zu Anhängern der Tyrannei. Ursache war eher Schillers Ruf als Rebell als sein tatsächliches Wirken.Im Jahre 1792 wurde Schiller für „Die Räuber“ neben Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Heinrich Pestalozzi, George Washington und Tadeusz Kosciuszko zum Ehrenbürger der französischen Republik.

Er vollendete die „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“; auch die Werke „Neue Thalia“ und „Über die tragische Kunst“ erschienen.

A. Graff: Friedrich Schiller (um 1790)

1793 erschien „Über Anmut und Würde“ und er besucht seine Eltern in Ludwigsburg.

Am 14. september wurde sein erstes Kind Karl Friedrich Ludwig geboren. 1794 lernte Schiller den Verleger Friedrich Cotta kennen, der sich bereit erklärte, die Monatszeitschrift „Die Horen“ und den „Musenalmanach“ herauszugeben.

Der liberale Goethe sprach schlicht von „Ehestand ohne Zeremonie“. Schiller bezeichnete die Beziehung Goethes zur Mademoiselle Vulpius als Goethes „einzige Blöße“ und kritisierte Goethe in einem Brief für „falsche Begriffe über das häusliche Glück“. Das Versteckspiel muss in den zwei wochen einen ungewöhnlichen logistischen Aufwand im Hause Goethes verursacht haben. Im wissen um Schillers Traditionsbewusstsein vertuschten Goethe und seine langjährige Lebensgefährtin Christiane Vulpius ihre „wilde Ehe“.Von Goethe erwirkte Schiller die Zusage, sich an den „Horen“ zu beteiligen, und es entwickelte sich ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen den beiden. Im september 1794 verbrachte Schiller zwei wochen in Goethes Haus. Er hielt dabei seinen gewohnten Tagesablauf bei, das hieß, er schlief bis mittags und arbeitete nachts. Christiane Vulpius und ihr fünfjähriger Sohn august blieben im eigenen Haus unsichtbar. Goethe hingegen störte sich an Schillers Leidenschaft für das Kartenspiel, wie er überhaupt auch Freunden gegenüber boshaft sein konnte (die viel kolportierte Anekdote, Schiller habe nur beim Geruch fauler Äpfel dichten können, stammt von ihm).

Außerdem vollendete Schiller die Abhandlung „Über naive und sentimentalische Dichtung“.1795 erschien die Monatszeitschrift „Die Horen“ zum ersten Mal. An der Zeitschrift wirkten die berühmtesten Schriftsteller und Philosophen dieser Zeit mit. Dazu gehörten unter anderem Johann Gottfried Herder, Johann Gottlieb Fichte, august Wilhelm Schlegel, Wilhelm von Humboldt, Alexander von Humboldt, Johann Heinrich Voß und Friedrich Hölderlin.

Schiller wurde endlich die Urkunde zugestellt, die ihn zum Ehrenbürger der französischen Republik machte. 1798 entstanden die Ballade „Die Bürgschaft“ und „Der Kampf mit dem Drachen“. Das Jahr 1797 wird auch als das „Balladenjahr„ bezeichnet, da Schiller in diesem Jahr „Der Taucher“, „Der Handschuh“, „Der Ring des Polykrates“, „Der Gang nach dem Eisenhammer“ und „Die Kraniche des Ibykus“ fertig stellte.1796 starben Schillers Schwester Nanette und sein Vater. Sein zweiter Sohn Ernst Friedrich Wilhelm wurde geboren. Von 1796 bis 1800 gab Schiller die Literaturzeitschrift „Musenalmanach“ heraus, an der so namhafte Zeitgenossen wie Johann Wolfgang Goethe, Johann Gottfried Herder, Ludwig Tieck, Friedrich Hölderlin und august Wilhelm Schlegel mitarbeiteten. 1797 erschienen im „Musenalmanach für das Jahr 1797“ die „Xenien“, in denen Schiller und Goethe gemeinsam literarische Missstände verspotteten.




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